10 Januar 2014 - 20:30
Straw wegen unverhältnismäßigen Forderungen des Westens an den Iran besorgt

Der ehemailige britische Außenminister, Jack Straw, hat am Freitag in einem Live-Interview mit BBC den Westen vor übertriebenen Forderungen an den Iran gewarnt.

Die G5+1 müsse bei den Atomverhandlungen mit Iran aus der Vergangenheit lernen und keine unverhältnismäßigen Forderungen stellen, sagte Straw.

Zudem räumte er Fehler in der früheren Politik seines Landes und der USA im Umgang mit dem Iran ein. Nach einem Besuch in Teheran sagte Straw dem Rundfunksender BBC, er verstehe, wenn ein normaler Iraner beide Länder als schlechte Mächte betrachte. „Genau das waren wir“, fügte er hinzu. So hätten London und Washington den Sturz des ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh im Jahr 1953 organisiert; überdies habe der Westen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein unterstützt, als dieser in den 1980er-Jahren in den Krieg gegen den Iran zog.

Straw reiste am Dienstag mit drei weiteren Abgeordneten des britischen Parlaments in den Iran, um dort politische Gespräche zu führen. Die Gruppe sei gut aufgenommen worden und habe „beträchtlichen Optimismus“ gespürt, sagte der britische Ex-Minister, der bereits mehrmals in den Iran gereist war. Mit Oppositionellen trafen sich die Parlamentarier demnach nicht, „weil wir nicht um bestimmter Gesten willen gereist sind, sondern um Vertrauen und gute Beziehungen aufzubauen“. Ziel sei, „eine sehr, sehr lange Geschichte schlechter Beziehungen“ zu beenden.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran waren Ende 2011 aufs Eis gelegt worden. Damals schloss Großbritannien seine Botschaft in Teheran, nachdem diese von Demonstranten gestürmt worden war, und verfügte auch die Schließung der iranischen Botschaft in London. Zuletzt verbesserten sich die Beziehungen auch wegen des Amtsantritts des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani und der Annäherung im Atomstreit aber wieder. Beide Länder ernannten Geschäftsträger, die im Rang direkt unter einem Botschafter stehen.